Cocktails

6 der unmännlichsten Cocktails von denen du schon gehört hast: #1 Pina Colada

Die Idee zu dieser Postreihe kam mir beim Lesen des Artikels 6 of the Manliest Cocktails You’ve Never Heard Of von Nick Caruana. Das ganze jetzt einfach weiter zu führen und mehr „männliche“ Cocktails zu suchen ist auch irgendwie langweilig. Also machen wir einfach mal das Gegenteil!
Was gibt es für Cocktails die kein Mann sich bestellt, weil er denkt er würde das Gesicht dabei verlieren? Das aber völlig zu Unrecht, immerhin wäre es ein sehr guter Cocktail, den er da bekommen würde.
Oft ist es einfach der Name, eine Zutat, die Farbe oder die Präsentation die den Drink unmännlich erscheinen lassen. Drauf gesch***n, ich mach sie für euch trotzdem 🙂

Los gehts mit einem Klassiker aus der Tiki-Ecke, der Pina Colada.

Pina Colada

Ja, wer mich kennt hätte den Cocktail von mir jetzt vielleicht nicht unbedingt erwartet. Ich ehrlich gesagt auch nicht. Aber neulich stand ich aber vor der Wahl: (Whiskey) Pina Colada oder irgend einen Cocktail den ich schon kannte. Es obsiegte die Neugier über die Vorurteile gegenüber der Pina Colada, außerdem schwierte da schon die Idee zu dieser Beitragsreihe im Kopf herum. Und siehe da: Nicht schlecht, Herr Specht!
Wenn man da nämlich qualitativ hochwertig Zutaten immt, stinkt Massenware aus „Mexikanischen“-Franchise-Restaurants dageben absolut ab.
Deswegen: Cream of Coconut und frischer, selbst gepresster Ananassaft!

Cream of Coconut (Coconut Cream) ist gesüßte Kokosmilch, versetzt mit eingedicktem Kokosnussfett. Im warmen Zustand hat sie eine dickflüssig Konsistenz, ähnlich wie Honig und schmeckt garnicht sooooooo intensiv nach Kokos wie man vielleicht meinen mag. Die Coconut Cream gibt dem Cocktail seine cremige Konsistenz und man kann die oft verwendete Sahne weglassen. Und das macht den Unterschied zwischen einer guten Colada und einer hervorragenden.

Ob man jetzt Whiskey (Bourbon) oder Rum verwendet ist Geschmackssache. Rum ist die klassische Zutat. Mit (weißem) Rum ist sie etwas leichter, der scharfe Alkoholgeschmack kommt nicht so stark durch. Der Whiskey ist dominanter im Geschmack, die Karamell und Vanille Noten harmonieren aber sehr gut mit den restlichen Zutaten und sei allen Experimentierfreudigen durchaus ans Herz gelegt.

Ich könnt mich jetzt hier noch ewig und drei Tage über die Geschichte der Pina Colada auslassen, aber das würde wohl etwas ausufern 🙂 Deswegen nur ein kurzer Crashkurs: Die Grundform der Pina Colada mit Rum, Ananas und Kokos gab es vermutlich schon zu Zeiten des Piraten Roberto Cofresí (1791–1825), weil alle Zutaten zu der Zeit gängig waren. Die Variante wie wir sie heute hier machen, gibt es aber frühstens seit 1954. Weil „erst“ in diesem Jahr kam die maschinell hergestellte Cream of Coconut (entwickelt von Don Ramón López-Irizarry) auf den Markt. Das passt zeitlich auch zur Verbreitung der Blender (Standmixer), mit der die Colada häufig zubereitet wird. Man sieht: Wie bei so vielen Cocktails lässt sich hier kein genauer Erfinder oder Jahr ermitteln. Ist aber auch gar nicht so wichtig, wir legen jetzt einfach los mit:

  • 1 Ananas (reicht für ca. 6 Cocktails)
  • 3 cl Rum (weiß) oder Whiskey (1 Teil)
  • 3 cl Cream of Coconut (1 Teil)
  • 9 cl Ananassaft (3 Teile)

Die Ananas schälen, vierteln und den harten Strunk aus der Mitte entfernen. Wer den Cocktail mit Ananas garnieren möchte, der behält sich vor dem pürieren einige Stücke zurück. Ansonsten wird die Ananas jetzt grob gewürfelt und im Mixer fein püriert. Alles durch ein Sieb streichen und den Saft auffangen.

Wollt ihr den Saft noch etwas aufbewahren, vermischt ihn mit etwas Wodka. Das konserviert den Saft. Aus eigener Erfahrung: 3 Tage hält er sich gekühlt. Geschätzt vielleicht auch max. eine Woche, aber so lange wird er nicht überleben.

Für den Cocktail alle Zutaten in den Shaker geben und auf Eis hart shaken (10 Sekunden). Unstrained in ein Glas geben und servieren. Wer mag, garniert jetzt mit der Ananas und/oder ganz kitschig mit einem Cocktailschirmchen und Kirsche.

Jetzt ab mit dem Glas in die Sonne und genüsslich schlürfen.

Prost,
euer Bartender vom Dienst 🙂

Pina Colada

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