Sonstiges

Ein Tag in der Food & Foto Redaktion

Vor genau einer Woche etwa war ich zu Besuch in der Food & Foto Redaktion des Bauer Verlags. Meinen Gewinn aus dem Costa Blogger Wettbewerb einlösen.

Gleich vorne weg: Ich bin begeistert 😉 Zusammen mit Amelie vom kunterbuntweißblau Blog habe ich dort einen sehr, sehr interessanten Tag verbracht.

Los ging der Tag bei mir mit einem leckeren Frühstück – inklusive Blick auf die Hamburger Speicherstadt. Da könnte man sich ja fast dran gewöhnen. Nach einem kurzen Fußmarsch bin ich dann im Verlag eingetrudelt. Im Gebäude, auf dem Weg in die Redaktion haben wir uns dann erstmal verlaufen (ist nicht ganz so klein der Laden). Dort angekommen sind wir von der Chefredakteurin empfangen worden und haben erstmal eine Führung durch die Räumlichkeiten erhalten.

Grob gliedert sich das Ganze in 4 Bereiche: Redaktion, Lager, Fotostudio und Küche. Der Übergang ist dabei fließend. Fast überall stehen irgendwelche Teller, Gläser, Tischplatten, Tücher, Dekozeug etc. herum. Ein sympathisches Chaos 🙂 Eine Inventarliste gibt es übrigens nicht. Die Mitarbeiter haben im Kopf was wo steht. Eine Liste macht auch nicht so viel Sinn: Teller sind z. B. oft Leihgaben der Hersteller, die wieder zurückgeschickt werden. Es herrscht Fluktuation….

Apropos Teller bzw. Deko im Allgemeinen. Es gibt viel davon. SEHR viel! Ganze Räume voll mit Sachen die einem das Herz höher schlagen lassen.

Als wir in die Küche kamen habe ich erstmal gestutzt: Das sieht ja aus wie zu Hause! Also fast. Zu Hause koche ich auf 2 m², die Küche dort war schon größer. Aber es sind ganz normale Küchen ohne abgefahrenen Scheiss und Spezial Gerätschaften. Und das aus gutem Grund: Zielgruppe ist der jeder der nach der Arbeit und am Wochenende in der Küche steht und die Rezepte aus den Heften nachkocht. Und der hat in der Regel eben kein Konvektomat, Pizza-Steinofen etc. zu Hause – sondern im Zweifelsfall einen ganz normalen Backofen.

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Die dort werkelnden Köche haben wir natürlich auch ausgequetscht. Die müssen doch tatsächlich nicht selber einkaufen gehen, sondern bekommen die Lebensmittel geliefert. Den Service hätte ich manchmal auch gerne. Einkaufszettel müssen sie aber trotzdem noch selber schreiben. Apropos Lebensmittel: An dem Tag, als wir dort waren, fand auch noch ein Shooting für eine Supermarkt Kette statt. Die Kiste mit den Lebensmitteln, voll gepackt mit der günstigen Hausmarke, stand in der Küche bereit. Wer also bisher gedacht hat, dass für die Fotos getrickst wird und irgendwelche Spezial/Premium Lebensmittel verwendet werden, die mit der Rezeptliste nichts zu tun haben, der irrt.
Apropos tricksen: Getrickst wird beim Essen nicht! Alle Gerichte werden frisch gekocht, fotografiert und dann zum Verzehr freigegeben. Sie stehen dann für alle bereit, wer Hunger hat bedient sich.
Haarlack, Farbe und was weiß ich was man da noch so verwendet, funktioniert da nicht.

Als nächstes Stand dann eine Führung in die Deko Abteilung an. Die Mitarbeiter hier überlegen sich wie sie die Gerichte am besten in Szene setzen kann. Sprich sie wählen Unterlage, Teller und Deko aus. Amelie (links) und ich (rechts), konnten hier schon mal das Setup für die Fotos unserer Gerichte begutachten. Alles genehmigt!

Weiter ging es dann mit der Führung in die „heiligen Fotostudios“, wo wir uns angucken konnten wie denn so ein Shooting abläuft. Florian, der Fotograf der dann später auch unsere Gerichte fotografiert hat, hat uns Rede und Antwort zu allen Fragen gestanden.

Einige wertvolle Tipps zur Fototechnik sind dabei natürlich auch abgefallen. Ich hoffe doch einige Sachen umsetzten zu können. Aber erstmal muss ich mir wohl eine Packung Schaumküsse besorgen – für die richtigen Lichtreflexe 🙂

Nächste Station war dann wieder die Küche. Diesmal zum Kochen unserer Rezepte. Die Spannung steigt. Schon irgendwie ein komisches Gefühl, wenn da der Profi steht und dein Rezept nach kocht. Da fragt man sich schon, ob man alles richtig gemacht hat. Zum Glück hat alles geklappt 😀

Ganz old-school hängt das Rezept ausgedruckt an der Küchenwand. Ich selber les ja gelegentlich vom Tablet oder Smartphone ab…

Das Gericht wird dann noch in der Küche angerichtet. Tipp: Stellt das Gericht so hin, wie ihr es am Ende auch fotografieren wollt. So könnt ihr mit eurem Auge die Kamera „simulieren“ und schnell erkennen ob und wo ihr vielleicht nachbessern wollt. Ein Topf als Unterlage funktioniert da schon sehr gut. Hier als Beispiel an Amelies Glasnudelsalat.

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In der Redaktion wird übrigens, wahrscheinlich im Gegensatz zu fast allen Bloggern, kalt fotografiert. Das hat mit der Konstanz des Essens zu tun. Es dauert einfach bis die Aufnahme im Kasten ist. Da ist eine Sauce, die zwischenzeitlich eine Haut bildet, natürlich etwas unpraktisch. Ist die Sauce einmal kalt und die Haut abgezogen, ändert sich die Optik nicht mehr.  Man muss sich das Leben auch nicht schwerer als nötig machen…und falls es doch mal dampfen soll, kann man sich mit einer heißen Kartoffel oder einem Wattebausch mit heißem Wasser behelfen.

Die Teller kommen dann ins Fotostudio wo einige Probeshots gemacht werden. Jetzt wird noch mal das Licht angepasst, die Nudel links hinten um 3 mm weiter nach rechts geschoben, das Blättchen um 34,8° gedreht….dem Gericht der letzte Feinschliff verpasst. Hier wird tatsächlich auf jedes Detail geachtet. Sehr praktisch ist dafür der direkt mit der Kamera verbundene Computer. Der Fotograf kann hier z. B. direkt das Magazin Cover über das Foto legen um die Wirkung des Fotos zu überprüfen.

Irgendwann stand dann auch mein Gericht vor der Linse und ich war beeindruckt. Das ganze sieht nochmal drei Stufen besser aus, wie die von mir gekochte Version. So ähnlich wie auf den Fotos unten wird es dann in einer der nächsten Ausgaben auch erscheinen.

Das wars erstmal in aller „kürze“. Wie eingangs schon gesagt: sehr beeindruckend. Ich bin mit der Erwartung angekommen, dass die Fotos entweder so wie bei mir zu Hause entstehen – „zwischen Tür und Angel“. Oder eben sehr professionell. Letzteres war der Fall. Es steckt schon sehr viel Aufwand dahinter. Der sich aber lohnt!

Ich möchte mich an dieser Stelle noch mal recht herzlichen bei allen Beteiligten bedanken. Es war eine tolle Erfahrung!

Wer noch fragen hat oder irgendwas detaillierter wissen möchtet kommentiert einfach hier unter diesem Beitrag oder schreibt mich über die üblichen Kanäle an!

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3 Gedanken zu “Ein Tag in der Food & Foto Redaktion

  1. Pingback: Mürbeteig Törtchen mit Vanille-Creme und Früchten | In die Küche. Fertig, los!

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