Restaurants & Reisen

Berlin kulinarisch – zu Besuch in der CODA Dessert Bar, bei Nobelhart & Schmutzig, im einsunternull und mehr

Anfang Dezember war ich in der Hauptstadt unterwegs und hab mich ein bisschen durchgefuttert und einige Restaurants besucht, die schon seit längerem auf meiner To-Do Liste standen. Wer also ebenfalls mal dorthin unterwegs ist, findet hier vielleicht ein paar Anregungen oder „Entscheidungs-Helfer“.

Eat the World

Kulinarisch ging es für mich los mit der Eat the World Tour in Berlin Schöneberg. Kurze Erklärung des Konzeptes: Das ganze ist eine kulinarische & kulturelle Führung durch die Stadt bzw. einen Bezirk. Neben der Erläuterung der Geschichte des Viertels, einzelner Gebäude etc. steuert man diverse Geschäfte an, in denen es kleine Köstlichkeiten zum probieren gibt. Das geht von Cafe’s über Pralinenmanufakturen und Pizzerien bis hin zu Feinkostläden. Man lernt so schnell sein Viertel kennen und hat schon mal einen Überblick, wo man sich so verköstigen kann 🙂 Wer zum ersten Mal in einer fremden Stadt ist, für den kann ich so einen Start wirklich empfehlen. Grade wenn man „Selbstversorger“ ist und für ein paar Tage am selben Ort bleibt. Aber auch in der Heimatstadt lassen sich so ein paar Entdeckungen machen.

Für mich ging es in Berlin Schöneberg unter anderem zu „Berlin Burrito Company„. Hier gibtes selbstgemachte Limonanden und Tex-Mex Küche. Die Burritos lassen sich nach dem Baukasten-Prinzip selber zusammenstellen, oder man wählt aus einer der fertigen Varianten aus. Hat mir so gut geschmeckt, dass ich nochmal wiedergekommen bin!

Ebenfalls mehrfach hat es mich zur Frau Bäckerin verschlagen. Neben Quiches und anderen herzhaften Gerichten gibt es hier natürlich auch Brot und eins der besten Croissants die ich in letzter Zeit essen durfte. Nur die selbstgemachten von Ylva waren besser 🙂

Falls ihr noch kleine Mitbringsel braucht, dann empfehle ich euch einen Besuch in Estrellas Chocolaterie. Der Name lässt es vermuten, hier gibts Pralinen und alles was irgendwie mit Schokolade zu tun hat. (Fast) alles handgemacht von einer Tänzerin, die ihre Tanz-Schuhe wortwörtlich an den Nagel gehängt hat, und sich nun ganz der Kakaobohne widmet!

Mehr Infos: http://www.eat-the-world.com

CODA Dessert Bar

Ein echtes Highlight war dann der abendliche Besuch in der CODA Dessert Bar. Recht neu eröffnet wird hier mit einem spannendem Konzept aufgewartet, dass es so meines Wissens nach nirgendwo anders in Deutschland gibt: Es gibt ausschließlich ein Menü aus Desserts. Begleitend dazu gibt es Cocktails. Was sich auf den ersten Blick süß und Alkohol-lastig anhört, entpuppt sich als sehr überraschend und innovativ. Es wird hier vielmehr mit den Techniken aus der Patisserie gearbeitet, als dass es nur süße Nachspeisen gibt. Das ist spannend, aber bei 6 Gängen auch durchaus fordernd, da irgendwann doch das Verlangen nach etwas richtig herzhaften aufkommt. Nette Idee: Zu jedem Gang gibt es eine Visitenkarte, mit dem Gericht + Getränkebegleitung:

coda-food-schokolade-dessert

Foto: CODA Dessert Bar

Mein Fazit: Wer kulinarisch interessiert ist, sollte hier unbedingt vorbeischauen und mal 3-4 Gänge probieren. Meine Highlights waren (geräucherte) 70% Schokolade mit Pflaume und Zichorie (seht ihr auf dem Bild oben) + und das Dessert aus Milch, Feige, Anchovis und Reis. Letzteres hat mich erstaunlicherweise geschmacklich an Kinder-Country erinnert.
Mehr Infos: http://coda-berlin.com/
Einen Blick hinter die Kulissen hat die Berliner Speisemeisterei geworfen, den ihr hier nachlesen könnt.

einsunternull

Ziemlich spontan bin ich ein paar Tage später Mittags zum Lunch ins einsunternull gegangen. Ich hatte das Restaurant zwar auf dem Plan, aber Abends keinen Platz mehr bekommen. Kein Wunder. Wenige Tage zuvor haben sie ihren ersten Stern verliehen bekommen. Bin dann aber nochmal auf die Webseite gegangen und habe entdeckt, dass es zum Lunch ebenfalls 3-5 Gänge gibt. Und das äußerst fair bepreist mit ~50€ für 5 Gänge!

Die kulinarische Ausrichtung der Küche würde ich als feine, regionale Natur-Küche beschreiben. Soweit ich das mitbekommen haben, kommen die Zutaten nach Möglichkeit aus der nahen Umgebung. Der Saibling den ich hatte war bspw. aus der Müritz. Das dabei auf die Saison der Zutaten geachtet wird, versteht sich fast von selbst.
Was mir auch sehr gefallen hat: Statt einer Weinbegleitung gibt es auch eine alkoholfreie Begleitung. Eine wie ich finde sehr erfreuliche Entwicklung. Ich habe die Weinbegleitung mit der alkoholfreien kombiniert, was problemlos möglich war.

Foto: einsunternull

Foto: einsunternull

Zum Menü möchte ich gar nicht viel verraten. Ich habe nämlich auch gar keine Fotos gemacht 🙂 Außerdem ist es auch gar nicht notwendig, weil Oliver von Kochfreunde.com das bereits erledigt hat. Er war wohl nen Tag vor mir da und hatte das selbe Menü 🙂 Nichts desto trotz kann ich die Kritik der Süddeutschen Zeitung verstehen.

Was an dieser Stelle natürlich nicht unerwähnt bleiben sollte: Ich hatte dort das beste Sauerteigbrot, welches ich je probieren durfte!

Fazit: Klare Empfehlung meinerseits! Sehr netter Service und sehr schmackhafte und nicht übertrieben reduzierte Gerichte.

Mehr Infos unter: http://einsunternull.com/

Nobelhart & Schmutzig

„Wenn du schon mal in Berlin ist, musst du da hin“ dachte ich mir und so war das Nobelhart & Schmutzig eins der ersten Restaurants wo ich einen Tisch reservierte. Die Erwartungen waren hoch! Ähnlich dem einsunternull wird hier auf regionale, saisonale Natur-Küche gesetzt. Und zwar ziemlich kompromisslos. Pfeffer? Zitronen? Oliven-Öl? Wächst nicht in/um Berlin. Gibt es also auch nicht auf den Teller. Ist das schlimm? Nein, ganz im Gegenteil. Es gibt Zutaten die das kompensieren, man muss nur kreativ sein.

Und so war alle Gänge auch sehr lecker! Aber: es waren zu viele. 9? 10? Sowas in der Richtung. Wenn ich mich nach dem Essen schon nicht mehr an alle Gänge erinnern kann, ist das in meinen Augen nicht ideal. Zumal viele Gänge sehr reduziert waren: Karotten mit Rahm oder Forelle mit Pilzen. Ich hätte mir etwas „üppigere“ Teller mit mehr Komponenten gewünscht.

Toll wiederrum war das drumherum – im wahrsten Sinne des Wortes. Dadurch das man an einem Tresen um die Küche herum sitzt, kann man den Köchen auf die Finger gucken. Sehr spannend. Aufmerksam war auch, dass Einzelpersonen zusammengesetzt wurden. So kam ich mit meinem Sitznachbarn ins Gespräch, der einiges interessantes zu berichten wusste. Wer lieber seine Ruhe hat, kann aus einer Reihe an Coffee-Table-Books wählen, um sich die Wartezeit zwischen den Gängen zu verkürzen. Tolle Idee!

Ebenfalls ungewöhnlich: Einzelne Gänge durften mit den Fingern verspeist werden. Macht man auch nicht (mehr) alle Tage, ist aber eine tolle Erfahrung.

Fazit: Die hohen Erwartungen wurden leider nur teilweise erfüllt. Die Qualität war durchweg überzeugend. Die nach Ikejime-Methode geschlachtet Forelle z. B. war überragend! Aber die sehr reduzierten Gerichte sagen mir nicht 100% zu. Ich hätte lieber die Hälfte der Gänge gehabt, aber dafür beim Hauptgang statt Fleisch mit Sauce noch eine Beilage.
Mehr Infos: https://www.nobelhartundschmutzig.com

XXenia Pullmann Berlin Schweizerhof

Dem ein oder anderen ist das Restaurant vielleicht ein Begriff als Arbeitsstelle von Steffen, der auf Berliner Speisemeisterei schreibt. Ich hab es mir nicht nehmen lassen, auf einen Besuch vorbeizuschauen. Zum Essen gab es für mich das Degustationsmenü, welches einen wunderbaren Überblick über viele der Gerichte ermöglicht, die die Karte zu bieten hat. Man bekommt von Vor-, Haupt- und Dessert-Gang jeweils einen dreigeteilten Teller, der mit 3 kleinen Versionen der Gänge gefüllt ist. So kann man in 3 Gängen gleich 9 Gerichte probieren. Sehr schön und alles auch sehr lecker.

Fazit: Gehobenere Küche, die grade im Degustationsmenü durch ihr Bandbreite beeindruckt. Falls man für Abends noch eine Location zum Easy-Dining sucht, ist man hier gut aufgehoben.
Mehr Infos: http://www.restaurant-xxenia.de

So, dass war mein kleiner, kulinarischer Reise-Rückblick auf Berlin. Ich werde bestimmt wiederkommen! Und dann werde ich alles machen, was ich bisher nicht geschafft habe. Und damit kommen wir auch gleich zum letzten Punkt: Was muss ich eurer Meinung nach noch unbedingt sehen, ausprobieren, essen?

Viel Spaß auf der Reise,
euer Fabian


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